Landesmeisterschaften

Altenkirchener DLRG-Schwimmer holten in Kastellaun drei Landesmeistertitel

Vom 21.-23. Mai 2004 ermittelten die besten Rettungsschwimmer(-innen) in Rheinland-Pfalz ihre Landesmeister in Kastellaun. In je zwölf Altersklassen der Mannschafts- sowie Einzelwettbewerbe stellten sich über 500 Rettungsschwimmer aus den sieben Bezirken dem Vergleich auf Landesebene. Die Altenkirchener Teilnehmer kehrten mit drei Landesmeistertiteln sowie vielen weiteren sehr guten Platzierungen zurück.

Mit einem starken Aufgebot von zwölf Mannschaften und zwölf Einzelteilnehmern reisten die Schwimmer der Ortsgruppe Altenkirchen in die Eifel. Nach den Unregelmäßigkeiten des Veranstalters in Bezug auf die gemeldeten und zunächst in einer Quotierung angeforderten Kampfrichtern und des aufgrund der Platzverhältnisse stark beschränkten Teilnehmerfeldes reiste die Delegation der OG Altenkirchen mit skeptischen Erwartungen nach Kastellaun. Wegen der geringen Kapazität des Hallenbades mit vier Bahnen ließ man auch aus Zeitgründen in diesem Jahr nur die Qualifikation der sieben Erstplazierten eines jeden Bezirkes zu sowie den jeweils besten Zweitplatzierten. Diese Praxis, soviel Verständnis auch für ihre Ursachen vorhanden sein mag, kann nicht Sinn und Zweck einer Landesmeisterschaft von Rheinland-Pfalz sein. Die Repräsentation von nur acht Teilnehmern in jeder Konkurrenz ist zum einen im Sinne einer Ermittlung der Besten zu wenig, zum anderen ist diese Auswahl auch für die Teilnehmer, insbesondere für die jugendlichen, äußerst demotivierend, zumal die weitergehende Qualifikation zu den Meisterschaften auf Bundesebene nach den gleichen Vorgaben verläuft. Verschärft wurde die Situation dann noch zusätzlich durch eine teilweise fehlerhafte Auswahl der punktbesten Zweiten, die beispielsweise Nils Stammel in der Altersklasse (AK) 10 die Teilnahme kostete. Aus diesem Grund entstanden hier in Kastellaun sehr kompakte und leistungsstarke Teilnehmerfelder, denen allerdings der Unterbau komplett fehlte.

Nach Absolvierung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (außer Altersklasse 9/10 und 11/12) qualifiziert sich zunächst nach vier Staffelstarts der Mannschaften sowie drei (vier in der offenen Klasse) der Einzelteilnehmer lediglich der Landessieger direkt für die Deutschen Meisterschaften im Herbst in Paderborn. Die weiteren Teilnehmer werden aus den punktbesten Zweit- bis Fünftplazierten im Vergleich auf Bundesebene ermittelt.

Wie in jedem Jahr, schuf auch diesmal wieder der Unsicherheitsfaktor Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) eine nicht zu berechnende Unbekannte und verzerrte somit auch wieder das im Wasser gezeigte Leistungsvermögen. Die bei Wettkämpfen benutzen Puppen sind allesamt in die Jahre gekommen, eine Ersatzteillieferung durch die Herstellerfirma ist nicht mehr möglich, aber das Präsidium der DLRG blockierte in neues Reglement schon nun zum wiederholten Male. Dass die Beatmungstoleranzen und die Unterschiedlichkeiten der Puppen bei zunehmendem Alter natürlich immer größer werden, liegt auf der Hand; für viele Schwimmer ist dies ein äußerst schwieriger Faktor. So mag also auch hier deutlich gesagt werden, dass nach wie vor ein sicheres Bestehen der HLW, auch mit optimalem Gerät, nicht vorauszusehen ist.

Trotz dieser Problemfelder im Vorfeld erreichten die Schwimmer aus Altenkirchen ein tolles Ergebnis, die Atmosphäre in Kastellaun war hervorragend und auch die Disziplin der insgesamt 67 überwiegenden Kinder und Jugendlichen kann als vorbildlich bezeichnet werden. Allen Betreuern und Kampfrichtern wird das Wochenende positiv in Erinnerung bleiben, auch aus dem Grunde, dass sich viele der erfahrenen Teilnehmer, auch selbst noch in jungen Jahren, ungefragt und unaufgefordert den jüngeren Schwimmern und deren Probleme zuwenden.

Bei den Mannschaftsmeisterschaften stellte der dritte Platz der Mannschaft AK 10/M einen schönen Erfolg dar. Die Mannschaft AK 12/W erreichte ebenfalls den dritten Platz, wobei hier ggf. auch eine bessere Platzierung bei einer schnelleren Zeit bei der Gurtretter-Staffel möglich gewesen wäre.

Ganz hervorragend war das Resultat der Mannschaft AK 13-14/M: Nach Platz 3 im Abschluss der Schwimmdisziplinen ermöglichte eine fehlerfreie HLW den Sprung auf Platz 2. Eine tolle Leistung im Schwimmbad und eine fehlerfreie HLW belohnten die engagierten Schwimmer der AK 15-16/M mit dem Titel des Landesmeisters, der schon in anderer Besetzung vor 2 Jahren gelang.

Bei den Einzelmeisterschaften erreichte Geesche Pauly nun zum wiederholten Male den ersten Platz, jedoch gegen immer stärker werdende Konkurrenz als im Vorjahr, daher weiterhin erstaunlich und scheinbar ohne Leistungsverlust.

Daniel Becker schwamm knapp, jedoch hochverdient und mit diesmal fehlerfreier HLW an die Spitze. Beide verstärken die Delegation der Altenkirchener im Herbst bei den Deutschen Meisterschaften.

Marcel Hörter zeigte ebenfalls eine starke Leistung, musste sich jedoch knapp mit dem zweiten Platz geschlagen geben. Möglich ist eine Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften ggf. noch zum späteren Zeitpunkt.

Aus der Sicht des Trainers Harald Bracht sind die an den beiden Wettkampftagen erreichten Platzierungen ein tolles Ergebnis und Bestätigung für die von Trainern und Übungsleitern im Jahr geleistete Arbeit, die es zulässt, trotz erheblich kürzerer Trainingszeiten als bei vielen Konkurrenten, um die vorderen Plätze mitzuschwimmen.

Unseren Kampfrichtern und Betreuern gilt wieder ein besonderer Dank. In Kastellaun waren im Einsatz: Benedikt Börgerding (HLW-Kampfrichter), Karl Andres (HLW-Kampfrichter), Melanie Hörter (Zeitnehmerin), Harald Bracht, Ralf Haas, Volker Hammer, Maike Löhr, Kathrin Schumacher, Markus Schütz.

Geesche Pauly

 

Kommentar verfassen